Mr. Market und zwei unterschiedliche Portfolios

Der heutige Blogbeitrag ist für mich, genau für mein Ich in einem Jahr. Ich bin, was Finanzen betrifft, nur Leser und hatte vor, nichts zu bloggen. Nun möchte ich aber niederschreiben und vergleichen, nämlich mit der Zukunft.

Ich habe zwei ETF-Portfolios, ein virtuelles und ein echtes, ganz ehrlich das echte Portfolio ist auch ein Mix aus ETF und Fonds, aber schön kleinweise nehmen die ETFs die Überhand.

Das virtuelle ETF-Portfolio habe ich erstellt, während ich mich das erste Mal mit finanzieller Bildung infiziert wurde. Es stellt eine fiktive Einmalanlage von 10.000 Euro im Jänner 2017 dar. Die Aufteilung lautete folgend:

  • 50 % Aktien – ETF (5000)
    • 20 % MSCI World
    • 30 % MSCI Global Select Dividend
  • 35 % Anleihen – ETF (2500)
    • 20 % Euro Corporate Large Bond
    • 15 % Euro Government Bond
  • 10 % Immobilien- ETF(1000)
  • 5 % Gold ETC (500)

Das Depot hielt Ende Jänner bei + 14,29 %. Von Jänner 2017 – Jänner 2020 gingen folgende Ausschüttungen ein und wurden auch wieder re-investiert, um die Gewichtung aufrecht zu erhalten: 547 Euro (netto).

Heute steht das Depot bei: +8,71 %. Im Februar hat das Depot 5,58 % abgegeben. Auch die Verhältnisse im Depot haben sich ein wenig geändert, was definitiv klar ist. Depotwert ist 10871,61.

Die detaillierte Aufstellung findet sich hier:

AnlageklasseEinstandspreisWert 29.02.PerformancePerformance
in %
Anteile
heute %
Aktien5288.075241.14-46.93-0.8948.21
Anleihen3652.163858.80206.645.6635.49
Immobilien1071.561079.628.060.759.93
Gold527.15675.70148.5528.186.22
Kasse16.3516.350.15
Total10555.2910871.613.00
Depotwachstum1000010871.618,71
Genauere Betrachtung virtuelles ETF-Portfolio – zum 29.02.2020

Nach dem Abverkauf letzte Woche ist die reale Performance seit Jänner 2017 bei 3 %. Die Dividenden der letzten 2 Jahre haben zum Depotwachstum mehr beigetragen als das Kurswachstum. Und Gold erweist sich als Krisenwährung. Ich bin tatsächlich gespannt, wie es damit weitergeht. Ein Rebalancing wird definitiv erfolgen, sobald mehr Geld in die Kasse kommt.

Mein Echtdepot entspricht nicht dem virtuellen Depot.

Gründe dafür sind:

  • Anleihen in Europa sind im Moment nicht mein Ding und für mich nicht vorhersehbar. Ich bleibe bei der Tagesgeldtreppe.
  • Meine Immobilienexposition ist durch die Eigenimmobilie bereits zu hoch.
  • Gold ETCs sind mir suspekt – mir fehlt das Verständnis und ich habe mich bisher nicht damit beschäftigt. Wieso sollte ich ETCs mit einer Gebühr kaufen, wenn ich das Edelmetall auch stückweise erwerben kann.
  • Eine Einmalanlage kam für mich im Oktober 2017 nicht in Frage.

Ich weiß, das Vergleichen dieser beiden Depotvarianten wäre wie Äpfel mit Birnen. Dieser Artikel steht hier, um meine Strategie in einem Jahr zu reviewen, denn nur dadurch lernt man.

Ich begann klassisch mit zwei Sparplänen 70 % MSCI World und 30 % MSCI Emerging Markets. Aus der Vergangenheit besitze ich des Weiteren noch zwei Fonds, einen Dividendenfonds und einen Healthcare -Sektor-Fonds(der aus heutiger Perspektive keine so schlechte Wahl war). Dividenden wurden re-investiert.

AnlageklassePerformance %
seit Anlagebeginn
Anteil im Depot
MSCI World (start 1.10.2017)6.7848.87 %
MSCI EM (start 1.10.2017)-3.8718.45 %
Fonds DWS Top Dividende (Einmalkauf 2017)-5.4520.18 %
Fonds Healthcare (Sparplan 2016- 2017)16.8812.50 %
Total3.10
Prozentwerte des aktuellen Portfolios

Ende Jänner stand dieses Depot bei ca. 23 % im Plus.

Fazit: ich lasse meinen Sparplan definitiv weiterlaufen und erhöhe ihn bei Bedarf nochmal. Mir ist bewusst, Markettiming funktioniert nicht immer, aber die Börse übertreibt in beide Richtungen. Wir werden sehen, was die langfristigen Auswirkungen dieses Virus bedeuten. Ich lerne definitiv weiter, nämlich aus Erfahrung.

2 Kommentare

  1. Hallo Lea,

    es ist die Basis seine Finanzen im Griff zu haben und dazu hilft die Dokumentation, egal ob in einem Blog oder privat!
    Wenn du den Zeitpunkt richtig siehst wirst du dein reales Depot in weiteren Schritten an deinen Plan anpassen. Es macht gar keinen Sinn sofort einen Plan zu 100% zu kopieren wenn du aktuell nicht von z.B. Anleihen überzeugt bist. Also warte ab und lass einfach deine Sparpläne laufen.
    In Phasen einer Korrektur kann man entweder gar nichts machen oder nachkaufen. Nur verkaufen stellt sich leider oft als Fehler heraus. Man hat mehr Spesen, Gewinne müssen versteuert werden und wirklich niemand kann dir sagen wann Mr. Market seine Meinung ändert. Hilfreich ist es sich auf die steigende Anzahl der Wertpapiere zu fokussieren, darüber zu freuen und nicht auf den Börsenkurs zu achten.
    Ich wünsche dir viel Erfolg, Ausdauer und lasse einfach die Zeit für dich arbeiten!

    Viele Grüße
    Bergfahrten

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